Afrikanische Flüchtlinge auf La Palma gestrandet

Nur noch wenige Badegäste befanden sich am Strand von Tazacorte, als das kleine Flüchtlingsboot am gestrigen Abend La Palmas Küste erreichte. Gegen 20 Uhr beendeten die 12 Männer, von denen einer angab noch Minderjährig zu sein, ihre gefährliche Fahrt über den rauen Atlantik. Die Besatzung der 15 Meter langen Patera, wie man die kleinen Boote nennt, befand sich bei Ankunft in gesundheitlich gutem Zustand. Dies lässt vermuten, dass die Flüchtlinge zunächst von einem größeren Schiff mitgenommen und vor den Inseln abgesetzt wurden.

Die Männer im Alter zwischen 25 und 45 Jahren, sowie der Minderjährige, stammen offenbar aus Mali, Mauretanien, Guinea, Senegal und Gambia. Nach Prüfung ihres gesundheitlichen Zustandes hat man sie der nationalen Polizei in Santa Cruz übergeben. Man wird sie in den kommenden Tagen dann in Auffanglager auf den anderen Inseln bringen. Einzig der Minderjährige wird zunächst auf La Palma in einem Heim unterkommen, bis man seine Angehörigen ausfindig machen konnte.

Flüchtlingsströme auf die Kanaren stark rückläufig

Es sind vor allem die kanarischen Inseln Fuerteventura und Lanzarote, welche die Flüchtlinge von der westafrikanischen Küste aus versuchen zu erreichen. Wenn sie die gefährlichste Route nach Europa über den Atlantik wählen.

Im Jahr 2007 kamen allein auf Fuerteventura 30.000 Flüchtlinge an. Seitdem sichert die Grenzagentur Frontex die afrikanische Küste. So dass die Flüchtlinge meist andere Wege über das Mittelmeer nutzen und die Zahlen auf den Kanaren seitdem stark rückläufig sind. La Palma und die anderen westlichen Inseln des Archipels befinden sich zu weit entfernt von Afrika. Sie zählen daher eigentlich nicht zu den Zielen der Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Europa.

Die meisten Flüchtlinge aus afrikanischen Bürgerkriegsgebieten versuchen zunächst auf die italienische Insel Lampedusa oder nach Sizilien zu gelangen. Um einen Fuß in die Europäische Tür zu bekommen. Auch die Meerenge von Gibraltar nutzen viele trotz starker Kontrollen, um auf das spanische Festland zu kommen. Zum Teil wagen sie die Überfahrt in winzigen Schlauchbooten, um die Gefahr zu verringern, dass die Grenzposten sie erkennen. Viele Menschen riskieren ihr Leben für den Traum von einer besseren Zukunft. Oftmals geben sie Schleuserbanden sämtliches hab und Gut der gesamten Familie.

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