Der wahre Zauber des Flamenco

Der Flamenco auf den kanarischen Inseln La Palma, Teneriffa, Gran Canaria, La Gomera, El Hiero, Lanzarote und Fuerteventura, hat viele Facetten. Elemente, welche hinein interpretiert werden, lassen jede Insel in einem anderen Licht erscheinen. Beschreiben kann man nur das Gefühl, die Liebe, Wut und Enttäuschung, Rhythmus und Tanz, welche den Flamenco ausmachen.

Überwältigende Momente

Als ich zum ersten Mal eine Flamenco Vorstellung erlebte, war ich von Anbeginn fasziniert.

Artikelserie – Flamenco
1 Wann und wie ist er entstanden?
2 Was ist der Flamenco Tanz …
3 Wie wird er heute getanzt?

Es waren die Flamenco Tänzerinnen in Ihren wunderschönen andalusischen Trachten, die im Rhythmus der Gitarrenklänge Ihren Gefühlen freien Lauf ließen.

Mal war es Wut oder Enttäuschung, dann wieder pure Freude, welches sich in den bildschönen Gesichtern widerspiegelte.
Ihr glänzendes, schwarzes Haar, streng zurückgebunden mit einer roten Blüte geschmückt, verlieh Ihnen etwas majestätisches. Ich war begeistert. Auch die Klänge der Gitarre lösten in mir Gefühle aus, welche ich bis dahin noch nicht kannte. Bis heute zieht mich die Flamenco-Musik in ihren Bann. Sie erinnert mich an die einzigartigen Erlebnisse dieses Abends. Seitdem hat mich der Tanz nicht mehr losgelassen.

Deshalb möchte ich Sie mitnehmen auf eine Expedition, um den Anfang und die Entwicklung dieses unglaublich temperamentvollen Tanzes zu entdecken.

Teil 1

Seit wann gibt es den Flamenco Tanz? Wie ist er entstanden?

Andalusien, ist der erste Gedanke, wenn man von Flamenco spricht. Keine andere Region in Europa war so vielen kulturellen Einflüssen ausgesetzt wie Andalusien.
In acht Provinzen unterteilt, wurde das Land im Süden Spaniens schon früh das Ziel vieler Flüchtlinge aus dem Orient und Indien, auf der Suche nach einem besseren Leben. Wir nennen sie heute „Zigeuner“ in Spanien nennt man sie „Gitanos“. Dauerhaft verfolgt und gedemütigt, verließen im 15. Jahrhundert die meisten Gitanos ihre Heimat. Doch auch in Andalusien wurden sie verbannt und von Todesstrafe bedroht. Sie sollten in die Sesshaftigkeit gezwungen werden, durch stetig neue Regeln und Erlasse. Ihr Verbrechen war unsägliche Armut. In Indien waren es die unteren Kasten, welche sich auf den Weg nach Europa machten. Bedingt durch den täglichen Überlebenskampf, stahlen sie alles was verwertbar war und zogen sich so den Hass der übrigen Bevölkerung zu.

Die Geburt des Namens Flamenco

Eine gewisse Menschenwürde und Gleichberechtigung, erfuhren die Zigeuner erst ab 1783 in einem
letzten Reglement des Königs.

Über vierzig Artikel sollten über das Leben der Gitanos bestimmen. Verboten wurden ihnen aber gleichzeitig ihre traditionellen Berufe, wie den Handel mit Pferden. Außerdem durften sie auf öffentlichen Plätzen nicht musizieren, tanzen oder singen. Einige privilegierte Familien standen jedoch unter königlichem Schutz. Es waren männliche Mitglieder in der flandrischen Armee, welche ihnen diesen Status verliehen.
So wurde der Name Flamenco geboren. Er ist das spanische Wort für Flame. Flamenco Gesang in Urform nennt man“Cante jondo“ (inniger Gesang).

Klagegesang

Ihre Verzweiflung teilten sie mit den Ärmsten Menschen Andalusiens und drückten ihre Gefühle in ihrer Musik aus. Aufgestaute Wut und Enttäuschung wurde einfach „herausgeschrien“. Sich befreien von Leid und Elend in ihrem Leben. In totaler Abgeschiedenheit entwickelte sich so die Musik der Zigeuner weiter. Ein Bild, erschaffen von Tanz, Musik und Gesang, beeinflusst durch Stimmungen, Gegensätze und ganz persönliche Schicksale, wird zur elementaren Kunst des Flamenco.

Flamenco, eine Mischung aus Gitano – Musik und spanischer Folklore

Er drückt die Auseinandersetzung mit Macht und Bedrohung aus. Trotz der vielen Zigeuner – Clans in ganz Europa, entwickelte sich der Flamenco aus andalusischer Folklore und der Zigeunermusik.
Auch das Leben vieler Spanier war oft traurig, deshalb spiegelte sich in den Tänzen ihr Alltag wieder: Verlorene Liebe, Trauer, Leid und Tod. Ihre Gefühle fließen mit in den Tanz und reflektieren das unstete Leben der Roma.

Der Dämon und innerer Geist Duende – der wahre Flamenco – Zauber

Ab und zu wird ein Auftritt abgebrochen, weil der Künstler nicht in der gewünschten Stimmung ist. Er muss sich in einem ekstatischen Zustand befinden, um „Seinen Tanz“ darzubieten. Diesen Zustand nennen die Gitanos „Duende“. Er ist wichtiger Bestandteil des Flamenco und erinnert an Afrikanische Voodoo – Kulte. Er ist eine Säule des Zigeuner Glaubens. In dem Augenblick wo ein Flamenco Solist den künstlerischen Höhepunkt erreicht und die Zuschauer in seinen Bann zieht, kommt der Dämon hervor.
Gänsehaut des Betrachters, wäre die richtige Interpretation des Duende. Diesen Flamenco – Zauber muss man erlebt haben. Die Spanier nennen die Bewunderer des Flamenco „Aficionados“.
Nicht nur positive Erfahrungen sind zu berichten. Es soll Gitanos gegeben haben, welche alles kurz und klein geschlagen haben was sich in ihrem Umfeld befand. Da ist der Duende wohl durchgedreht

Das älteste Element –  Cante

Wer an Flamenco denkt, sieht die Tänze vor seine Augen. Für die liebevoll genannten „Flamencos“ aber, steht der Gesang im Vordergrund. Im Ursprung wurde der Cante ohne Instrumente vorgetragen. Auf ihren langen Abwanderungen durch den Orient, Asien oder Westeuropa, haben sich Melodien und Rhythmen mit der einheimischen Musik verbunden und wurden in eigene Spielweisen mit aufgenommen.
Durch Weitergabe an die nächste Generation, blieb der alte Cante bestehen. In andalusischem Dialekt vorgetragen und orientalisch angehaucht, singen die Gitanos oft in Calo, ihrer eigenen Sprache.

In Teil 2 stehen die die Bedeutung und die vielfältigen Elemente des Tanzes im Vordergrund

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