Deutsche Investoren planen 800 – Millionenprojekt auf Gran Canaria

Drei Hotels und einen Freizeitpark will eine Investorengruppe aus Deutschland in den Sand und auf einen Felsen am östlichen Rand des Touristengebietes im Süden von Gran Canaria setzen. Der Hügel von Tarajalillo wird sein Aussehen dramatisch verändern. Zumindest wenn die Pläne der Projektentwickler des deutschen Unternehmens WLH Wirklichkeit werden. Die Lage des Grundstücks am Rande der größten touristischen Agglomeration auf den Kanaren ist verlockend. Genauso die Tatsache, dass ein Freizeitpark auf Gran Canaria wegen der klimatischen Gegebenheiten dauerhaft geöffnet bleiben kann. So war die Entscheidung naheliegend, das Vorhaben gerade hier anzusiedeln.

Als Teil des von der Gemeinde und der Inselregierung ins Leben gerufenen Projektes der Costa Afortunada könnten die Deutschen, neben russischen Investoren, die Protagonisten dieses ehrgeizigen Planes sein. Fast 2,4 Millionen Quadratmeter, die der Familie Castillo gehören, stehen zur Verfügung. Ziel ist, den Tourismus auf Gran Canaria weiter voranzubringen. Insgesamt will man hier eine Kapazität von mehreren tausend Hotelbetten schaffen. In Verbindung mit einem Themenpark werden sie das Erscheinungsbild der Küstenzone verändern.

Der Vertreter der deutschen Investoren, Klaus Peter Wesel, traf in diesen Tagen gemeinsam mit einem Architekten seines Unternehmens mit den kanarischen Verantwortlichen zusammen. Er erneuerte gegenüber dem Bürgermeister von San Bartolomé de Tirajana, Marco Aurelio Pérez, und Amtsträgern der Inselregierung sein Angebot. Das Angebot umfasst, drei Hotels mit jeweils 500 Betten und einen Park zu errichten. So wird das Freizeitangebot der Region deutlich aufgewertet. Mit der Summe von 800 Millionen Euro könnte man somit die Hälfte des zur Verfügung stehenden Areals bereits bebauen. Bei den Gesprächen ging es beispielsweise um den Verlauf der geplanten Bahnlinie, die durch das Grundstück führen könnte. Schon in den nächsten Monaten, so hoffen die Investoren, könnte mit den Bauarbeiten begonnen werden. Zumindest, wenn von den zuständigen Stellen grünes Licht  für das Megaprojekt gegeben würde.

Mit Einsprüchen und Bedenken ist zu rechnen

Ob es tatsächlich so schnell gehen wird ist allerdings fraglich. Wie immer bei solchen Vorhaben, die viele unterschiedliche Interessen tangieren, ist mit Einsprüchen und Bedenken aus verschiedenen Richtungen zu rechnen. So wie zuletzt das Gerangel um den Abriss und Neubau des Traditionshotels Oasis Maspalomas gezeigt hat. Schon die Frage, wie hoch die Bettendichte in der Region sein soll, sorgte bereits in der Frühphase der Planung  für kontroverse Diskussionen. Eine so intensive Bebauung wie sie in Meloneras vorhanden ist, wird es wohl in der neuen Touristenzone nicht geben. Allein auf Grund der Tatsache, dass der geplante Freizeitpark mit 120 Hektar bereits die Hälfte des Areals einnehmen würde. Dort ist die immense Dichte von Hotelbetten, die in anderen Regionen herrscht nicht zu realisieren. Zumindest, wenn man die Landschaft nicht mit Bettentürmen wie in den Frühzeiten des Massentourismus zubetonieren will.

Für die Insel ist ein Investitionsvolumen von 800 Millionen natürlich eine interessante Hausnummer. Deshalb wird man sicherlich bereit sein, den deutschen Kapitalgebern in vielen Punkten entgegenzukommen. Allein schon um eine Pleite, wie im Falle Maspalomas Oasis, in dem die für die Neuerrichtung vorgesehenen Mittel nun auf Teneriffa für dringend benötigte Arbeitsplätze sorgen, zu vermeiden.

Doch nicht immer müssen es so gigantischen Projekte wie das hier geplante sein. Eine zahlungskräftige Klientel, wie beispielsweise die Gäste der GayPride in der vergangenen Woche lockt man oftmals allein durch gezielte Angebote auch ohne großes Investitionsvolumen an. Mit nur 300.000 Euro hat die Hotelgruppe Axel, die schon in anderen Städten, wie etwa Berlin, Barcelona und Buenos Aires Hotels speziell für diese Interessengruppe eingerichtet hat, eine Apartmentanlage in Playa del Inglés umgestaltet. Diese ist nun perfekt auf die Bedürfnisse der Angesprochenen ausgerichtet.

 

Schreibe einen Kommentar