Die Leuchttürme auf den kanarischen Inseln – Teil 2

Das erste Licht von Maspalomas
Im Februar 1890 sendete einer der Leuchttürme El Faro zuerst sein Licht auf den Atlantik. Der Bau des Turms, am südlichsten Punkt Gran Canarias, dauerte etwa 27 Jahre. Einsam und unbewohnt, ohne Straßen und Wege zu dem Rest der Insel, war es schwierig das Baumaterial dort heran zu schaffen. Der Bau des Landungskais mit Rampe, löste dann die Angelegenheit.

Nicht nur die schöne Dünenlandschaft hat seitdem viele Besucher angezogen. Der Leuchtturm war jedenfalls schon für die ersten Touristen ein Magnet. Der Wegweiser für Schiffe, welche über die Transatlantikroute von Europa nach Amerika und Afrika reisten, gab dann dem Kapitänen Orientierung. Schauen Sie die Weltkarte der Leuchttürme an und reisen mit den alten Dampfschiffen über die Weltmeere.

Passatwinde malen magische Bilder in den Sand

Artikelserie
Teil 1
Die Leuchtfeuer auf La Palma
Der Leuchtturm auf El Hierro
Das Nachtlicht auf La Gomera

Teil 2
Das Leuchten auf Gran Canaria
Der Leuchtturm auf Teneriffa

Teil 3
Licht in der Nacht auf Lanzarote
Der weiße Riese auf Fuerteventura

Der Faro de Maspalomas liegt in der Nähe des ältesten Badeortes auf Gran Canaria. Hier entstand in den vergangenen Jahren ein neuer Stadtteil, Meloneras. Die Palmenoase Maspalomas ist von Playa del Ingles durch eine gigantische Dünenlandschaft getrennt, welche 1994 zum Nationalpark erklärt wurde. 17 Kilometer lang mit weißen Sanddünen und atemberaubenden Stränden umgeben. Nur mit Kamelen oder zu Fuß, ist die Traumlandschaft zu durchqueren.
Ein Blick über die Sanddünen verrät, welchen Zauber die Passatwinde hinein malen. Sehen Sie das Video an und genießen den schönen Leuchtturm und die Dünenlandschaft von Maspalomas.

Einige Meter weiter zwischen Meer und Dünen, erreichen Sie die Lagune „Charca“. Sehenswert im Herbst, sind die Rastplätze der Zugvögel, welche hier für den großen Trip nach Afrika neue Kraft schöpfen. Eine Wanderung vom Leuchtturm entlang des Meeres zum Punta de Maspalomas, führt Sie zum Strand von Playa des Ingles.

Leuchtturmwärter – See-Romantik mit Risiko

Gran Canaria Faro de Maspalomas


Wenden wir uns den Wächtern des Feuers zu. Sie kämpften nicht nur mit der Einsamkeit in ihrem Turm. Weit ab von jeder Ortschaft waren sie Stürmen, Feuer und vielen Gefahren ausgesetzt, welche mit Wasser, Dunkelheit und der Punktgenauen Überwachung der Feuerzeichen zu tun hatten. Welche Aufgaben hatten sie einst zu bewältigen?

Anfangs mussten sie dafür sorgen, das stets genug Brennmaterial zu Verfügung stand. Dies waren zuerst Holz, Kohle oder Torf. Brandrückstände entsorgen und das rechtzeitige anzünden des Feuers waren wichtige Arbeiten im Tagesablauf. Wartung der Mechanik ebenso. Später kam noch eine gefährlichere Tätigkeit hinzu. Das Petroleum für die Laternen musste aus den
feuersicheren Gebäuden in den hohen Leuchtturm geschafft werden. Dieser anstrengender Dienst brachte die Wärter oft bis an ihre physischen Grenzen.

Hüterinnen des Lichts

Faro de Abona


Was geschah jedoch, wenn ein Wärter mal krank wurde? Das Leuchtfeuer musste Tag und Nacht brennen. Praktischerweise wurden die Ehefrauen der Leuchtturmwärter kurzerhand zu „Hilfsleuchtfeuerwärterinnen“ ernannt. Sie wohnten meist im Haus des Turms, welches oft noch mit Gärten und Behausungen für Nutztiere ausgestattet war, um den Lebensunterhalt zu sichern. Heute hat der Fortschritt die Wächter überflüssig gemacht. Moderne Navigation, Radar und Sonar, lösen den „romantischen Leuchtturmwächter“ ab.

Trotzdem werden Feuertürme beliebter. Um sie nicht in die Bedeutungslosigkeit zu entlassen,
werden sie anderen Funktionen zugeführt. Attraktiv umgestaltet zu Wohnhäusern, Museen oder geschichtsträchtigen Elementen, welche man unter Denkmalschutz stellte. Dazu mehr im letzten Teil des Artikels.

Teneriffa und seine Leuchttürme

Gleich drei neue Leuchttürme sind Ende der siebziger Jahre auf Teneriffa entstanden. Der Faro de Abona, an der Südostseite der Insel, überragte den kleineren Turm aus dem 18.Jahrhundert, mit ca. 40 Metern um einiges. Drei rote, breite Streifen auf weißem Beton sind das weithin sichtbare Merkmal des Turms.

Punta de Teno

Faro de Teno

Im Norden des Archipels, bei Buena Vista del Norte, ragt der ebenfalls rot-weiße Turm Punta de Teno in den Himmel.
Ausgangspunkt für Wanderungen in das Teno – Gebirge.
Jedoch ist die Fahrt risikoreich. Warnhinweise, die sehr enge Straße nicht oder auf eigene Gefahr zu passieren, sind aufgestellt. Steinschlag, welcher plötzlich mit erheblich großen Felsbrocken herunter regnen kann, erfordert die eigene Aufmerksamkeit. Also nichts für Angsthasen!
Jedoch kann der Blick vom Leuchtturm auf die Steilküste der „Acantilado de los Gigantes“, einer mehrteiligen, riesigen Felsformation mit über 400 Meter hohen Vorsprüngen, versöhnlich wirken

Faro de Punta de Hidalgo

Der weiße, futuristische Turm, wirkt wie ein modernes Hochhaus. Anfang der Neunziger Jahre erbaut, ragt er über 50 Meter in die Höhe und steht auf einem Ausläufer der Atlantikküste.
In Punta de Hidalgo endet die Provinzstraße TF-13. Von hier aus führen Wanderwege ins Gebirge.
Schauen Sie das Video an, wie harmonisch der bizarre Leuchtturm in die wilde, romantische Bucht des Atlantiks hinein passt.

Welche Feuerarten gibt es?

In Leuchtfeuerverzeichnissen lässt sich die Bedeutung der Warnfeuer nachlesen.
Wie hier auf Wikipedia die Standorte.

Punta de Hidalgo

Orientierungsfeuer:

Die kleineren Feuer dienen zur Positionsbestimmung der Küste entlang und müssen nur aus der Nähe gesehen werden. Deshalb benötigen sie weder starke Lichtquellen noch Türme. Sie strahlen weißes Licht aus, welches in einem bestimmten Winkel sichtbar sein muss.

Das Leitfeuer:

Es dient zur Erkennung des befahrbaren Wassers. Da es unterschiedlich tiefe Stellen im Wasser gibt, wie in Hafeneinfahrten, zeigt das Leitfeuer in verschieden farbigem Licht, die Bereiche an, welche zu befahren sind. Farbige Glasscheiben vor der Lichtquelle machen dies möglich.
In tieferem Wasser, sieht der Steuermann ein weißes Licht. In Untiefen wird das Licht, je nach Richtung, grün oder rot. Diese Areale nennt man Sektoren.
Die Sektoren können auch durch verschiedene“Lichtsignale“ gekennzeichnet werden. Immer dann, wenn ein Schiff aus dem sicheren Wasser hinaus ist, bekommt der Steuermann Blitze zu sehen. Sie zeigen an, ob das Schiff zu weit links oder rechts fährt.
In Teil 3 erfahren Sie mehr über Seezeichen und die Prinzipien des Leitfeuers

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