El Hierro – Der Geheimtipp der Kanaren

Während Teneriffa, Gran Canaria und Fuerteventura sich schon seit Jahren hoher Beliebtheit bei Urlaubern aus aller Welt erfreuen, hat der Massentourismus die kleineren der kanarischen Inseln noch überwiegend unberührt gelassen. Doch wer auf der Suche nach einsamer Schönheit und wilder Natur ist, der sollte unter Umständen einmal das Nesthäkchen der Kanaren genauer unter die Lupe nehmen: El Hierro.

Mit rund 11.000 Einwohnern und nur knapp 270 Quadratkilometern Fläche ist die westlichste Insel der Kanaren gleichzeitig auch die Kleinste. El Hierro hat an der Gesamtfläche der Kanaren nur einen Anteil von rund 3,6 Prozent. Doch wie bei so vielen Inseln gilt auch bei El Hierro: Klein, aber oho. Wer die kanarische Natur erleben, aber dennoch lieber abseits des Massentourismus bleiben möchte, der ist auf El Hierro richtig. Nur rund 1.000 Gästebetten bieten die Hotels und Ferienwohnungen auf der Insel. Zum Vergleich: Auf Teneriffa beläuft sich das Angebot auf das 160-fache. Wer jetzt der Ansicht ist, dass Teneriffa & Co. dementsprechend auch mehr zu bieten haben muss, dem nennen wir jetzt 5 gute Gründe, um Urlaub auf El Hierro zu machen.

1. Nachhaltigkeit

Im Jahr 2000 wurde die gesamte Insel von UNESCO zum Biosphärenreservat ernannt. Das bedeutet, dass in dieser Region nachhaltige Entwicklung besonders im Fokus steht und exemplarisch verwirklicht werden soll. Wie andere Inseln hat auch El Hierro seit jeher das Problem, sich aufgrund der abgeschiedenen Lage selbst um ihre Energieversorgung kümmern zu müssen. Dies bedeutet hohe Kosten für die Einwohner.

1997 war El Hierro die erste kanarische Insel, die sich mit der nachhaltigen Nutzung und Erhaltung seiner ökologischen Reichtümer auseinandersetzte. Beispielsweise fahren die öffentlichen Verkehrsmittel bereits ausschließlich mit Wasserstoff, fast die Hälfte der PKWs mit Strom, Landwirte werden von der Regierung finanziell unterstützt, um auf ökologischen Anbau umzustellen und zum Schutz vor Überfischung wurde ein weitläufiges Meeresschutzgebiet ausgewiesen. Seit der Einweihung des Wasserkraftwerks Gorona del Viento ist El Hierro die erste Insel, die sich selbst vollständig aus erneuerbaren Energien versorgt. Das verdient Respekt, oder?

Als erste kanarische Insel ist El Hierro in der Lage, sich komplett selbst mit grüner Energie zu versorgen. Foto: Hana

2. Tauchen

Wer sich für einen Urlaub auf El Hierro entscheidet, der sollte es sich nicht entgehen lassen, die wunderschöne Unterwasserwelt vulkanischen Ursprungs zu erkunden. Über 40 Tauchspots laden dazu ein. Dabei ist für jedes Level und jeden Schwierigkeitsgrad etwas dabei. Speziell im Süden, in der Nähe des Fischerortes La Restinga gibt es einige schöne Gebiete. Da sie sich im Naturschutzgebiet befinden, gibt es hier eine große Anzahl an Fischen und Meerestieren wie Papageienfische, Langusten oder vereinzelt auch Barrakudas und Mantas. Hier kann man in einer Tauchschule einen Kurs oder einen Lehrgang absolvieren. Für Anfänger und unsichere Taucher eignen sich leichte Tauchreviere wie El Rincon, El Puerto oder La Herradura. Für Fortgeschrittene Taucher eignet sich beispielsweise El Bajon, das südlichste Tauchrevier Spaniens, das gleichzeitig als eines der schönsten gilt.

3. Baden

Auch wenn El Hierro nicht mit kilometerlangen Sandstränden punkten kann, gibt es auch hier wunderschöne Bademöglichkeiten ganz im Zeichen der vulkanischen Entstehung des Archipels. Auf den rund 100 Kilometern rauer Küstenlinie gibt es zwar überwiegend Steilküsten, die teilweise bis zu 1000 Meter in die Tiefe abfallen. Dennoch findet sich unter anderem der bekannteste Strand, der Las Playas. Er besteht größtenteils aus Kies und bietet einen schönen Ausblick auf die Vulkanfelsen. Als schönster Vulkanstrand überhaupt gilt der Playa El Verodal, der allerdings aufgrund der starken Brandung nur für geübte Schwimmer geeignet. Er bezaubert mit schwarz-rotem Sand und Vulkanterrassen. Gut zu erreichen ist zudem der Playa de Timijiraque in der Nähe von Puerto de la Estaca. Auch dort im Hafen kann man schön schwimmen gehen, da man dank der Mole vor der Brandung geschützt ist.

Zudem sollte man einen Ausflug zu einem der malerischen Naturschwimmbecken machen. Besonders schön ist der Charco Azul an der Westküste, ein Naturpool in einer Lavahöhle, umgeben von der tosenden Brandung des Atlantik.

 

In dem Naturpool Charco Azul kann man den Atlantik auf ganz andere Weise entdecken. Foto: „El Charco azul“ by Juan Fco. Marrero  , licensed under CC BY-NC-ND 2.0

4. Wandern

Auch für Wanderfreunde ist El Hierro ein wahres El Dorado. Alte Pilgerwege und kleine Pfade führen durch die verschiedensten Gebiete: Lavagesteinslandschaften, märchenhafte Wälder oder über majestätische Bergrücken. Auch hier ist für jeden Schwierigkeitsgrad und jeden Wunsch etwas dabei. Als Wanderziel bietet sich natürlich El Hierro’s höchste Erhebung an, der Pico de Malpaso mit einer Höhe von rund 1.500 Metern. Der Weg dorthin nennt sich „Camino de la Virgen“ und ist eine der beliebtesten Routen auf der Insel. Sie ist allerdings nicht ganz ohne: Wandert man die komplette Route, überwindet man auf 27 Kilometern über 900 Höhenmeter und ist an die 8 Stunden unterwegs. Dies sollten also wirklich nur erfahrene Wanderer antreten. Der Camino de la Virgen führt über die zentralen Gipfel der Insel und offenbart so traumhafte Panoramaaussichten auf die Berghänge. Zudem passiert man dichte Kiefern- und Lorbeerwälder, bevor man die Weidegründe von Nisdafe erreicht.

Auf der Route von El Pinar nach Las Playas hat man beispielsweise spektakuläre Aussichten über die imposanten Steilküsten im Osten. Bei einer Rundwanderung nach Tacorón erkundet man nach einem Pfad durch junge Lavafelder den bedeutendsten Fischereihafen der Insel in La Restinga. Besonders schön ist auch das fruchtbare Golfo-Tal im Norwesten der Insel. Hier finden sich zahlreiche Pfade für Wanderer oder auch Mountain Biker. Das Tal wird bis heute größtenteils für den Ackerbau genutzt, doch auch große Weinfelder und Obstplantagen sind hier zu finden.

Schroffe Steilküsten und einsame Strände – auch das ist El Hierro. Foto: Jose Mesa, licensed under CC BY 2.0

5. Ruhe

Zu guter Letzt der Hauptgrund, der vermutlich alle Argumente vereint: Die Ruhe, der Frieden, das Ursprüngliche. El Hierro eignet sich sicherlich nicht für jemanden, der Partyurlaub ähnlich wie in Maspalomas oder Las Américas erwartet. Oder für jemanden, der All Inclusive Urlaub möchte, um den ganzen Tag am Pool zu faulenzen. El Hierro möchte entdeckt werden, erlebt werden. Mieten Sie sich eine gemütliche Ferienwohnung und erleben Sie die schöne Einsamkeit. Mieten Sie sich ein Auto und fahren Sie die teilweise menschenleeren Straßen ab. El Hierro ist gerade deshalb einen Besuch Wert.

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