Feste und Traditionen auf Teneriffa – Ein Jahr voller Feierlichkeiten

Die Tinerfeños zelebrieren wie alle Einwohner der kanarischen Inseln mit viel Hingabe jährlich wiederkehrende Feste. Diese bilden einen festen Rahmen durch das ganze Jahr hindurch und kaum ein Monat vergeht ohne die zünftige Feier eines seit Jahrhunderten etablierten Anlasses. Auch für Urlaubsgäste gibt es eine Menge zu sehen und zu staunen, denn es ist mühelos möglich, sich in die Feierlichkeiten zu integrieren. Ein wenig Stehvermögen ist allerdings notwendig, da die Stimmung selten vor Mitternacht ihren Höhepunkt erreicht.

Romeria in Puerto de la Cruz

Die Romeria in Puerto de la Cruz – Ein buntes Fest. (Foto: Alejandro Amador)

Feste im Januar – Los Reyes Magos

Im Januar geht es gleich los mit den heiligen 3 Königen. Auf den Kanaren ist es üblich, dass die Geschenke nicht am Heiligabend vom Christkind, sondern von Kaspar, Melchior und Balthasar zu den Kindern gebracht werden, so wie diese einst das Jesuskind beschenkt haben. Das Wichtigste zu dieser besinnlichen Jahreszeit ist das Zusammensein mit der Familie.

Weihnachtskrippe

Weihnachtskrippe am Tag der Heiligen Drei Könige. (Foto: Erik)

Karneval auf Teneriffa – Ein ausgelassenes Fest

Ganz anders ist die Stimmung im Februar. Äußerst gesellig und bunt kommt der weltberühmte „Karneval auf Teneriffa“ daher, seines Zeichens der zweitgrößte der Welt nach Rio de Janeiro. Über mehrere Wochen lang herrscht in Städten und Dörfern, in Schulen und öffentlichen Einrichtungen, auf Straßen und Plätzen Ausnahmezustand, denn die Narren haben die Oberhand. Umzüge wechseln sich ab mit Galas für Kinder und Erwachsene. Außerdem werden die Königinnen des Karnevals gekürt, mit Kostümen, die den Zuschauern den Atem stocken lassen. Diejenigen, die in Politik und Wirtschaft das Sagen haben, werden ironisch und doch kritisch aufs Korn genommen. Doch immer wieder enden alle Veranstaltungen in fröhlich ausgelassener Stimmung auf den Plazas bei Musik und Tanz bis in den frühen Morgen.<

Carnaval en Tenerife

Ausgelassene Stimmung beim alljährlichen Karneval. (Foto: Carlos SM)

Feierlichkeiten im Frühling

Von Palmsonntag bis Karfreitag feiern die Tinerfeños eines der wichtigsten religiösen Feste auf Teneriffa, die „Semana Santa“. Meistens findet sie im März oder April statt. Hierbei steht die Kreuzigung Jesu und seine Auferstehung im Mittelpunkt, was durch zahlreiche Prozessionen und Gottesdienste zum Ausdruck gebracht wird. Der Anblick der großen Heiligenfiguren, die die Helfer liebevoll geschmückt und voller Ehrfurcht durch die Straßen tragen, sorgt für Gänsehaut. Die Prozessionen sollen alle Menschen an das Leben und Wirken Jesu Christi erinnern.

Semana Santa

Prozession während der Semana Santa. (Foto: Jose Mesa)

Der Mai ist in vielen Orten Teneriffas die Zeit der „Romerias“, ursprünglich ebenfalls ein Fest religiösen Ursprungs (Romero = der nach Rom ziehende). Man pilgert wörtlich gesehen zu dem oder der Schutzheiligen des Ortes, in dem die Romeria gerade stattfindet. Die Einheimischen kleiden sich in ihren traditionellen Gewändern und Trachten. Vielerorts „reist“ man mit geschmückten, von Ochsen gezogenen Wagen und Karren, von denen aus Wein und ortsübliche Speisen (zum Beispiel Gofio oder Bananen) verteilt werden. Inselweit sind Teneriffas Romerias ein attraktiver Anziehungspunkt für Feriengäste geworden.

Auch wichtig zu erwähnen ist das Fest „Corpus Cristi“ im Juni. Nun ist die Zeit der berühmten Lavateppiche gekommen. Dies sind religiöse Bildnisse, die allein aus dem farbenprächtigen Lavasand des Teide Nationalparks hergestellt werden. Eines der bekanntesten ist wohl das Lavabild vor dem Rathaus in La Orotava. Die Straßen werden zu diesem Fest mit bunten Blumenteppichen geschmückt und erstrahlen in herrlicher Farbenpracht.

Blumenteppiche La Orotava

Farbenfrohe Blumenteppiche machen das Fest Corpus Cristi besonders. (Foto: Jose Mesa)

Feste während des Sommers

Die Sommersonnenwende „San Juan“ Ende Juni ist an zahlreichen Stränden der Insel ein willkommener Anlass, die kürzeste Nacht des Jahres zu begehen. Die Entzündung zahlreicher Feuerwerke sorgt hier für eine besondere Stimmung. Zudem gibt es vielerorts Konzerte, sodass eine einzigartige Atmosphäre entsteht.

Auch während der restlichen Sommerzeit gibt es mehrere Festlichkeiten. So ist zum Beispiel der 16.07. ein wichtiger Tag für Puerto de la Cruz und alle Hafenstädte, denn an diesem Tag ist „Fiesta del Carmen„. Hierbei ist Carmen, die Schutzheilige der Fischer, die Hauptperson. Sie wird um Segen und reiche Fanggründe für das kommende Jahr gebeten, was natürlich nicht ohne Fest bis in den nächsten Tag hinein begangen wird.

Festlichkeiten zu Ehren der Schutzheiligen Carmen. (Foto: Alejandro Amador)

Der Wallfahrtsort Candelaria im Osten der Insel spielt im August eine wichtige Rolle. Candelaria ist der Ort der Ehrerbietung für die gleichnamige Schutzheilige aller kanarischen Inseln. Die schwarze Madonnenfigur, auch „La Morenita“ genannt, steht in der Basilika des Ortes. Im August wird sie dann das Ziel unzähliger Pilgerer und Wallfahrer auf Teneriffa, die ihren Segen erbitten.

Eine Zeit für ruhigerere Feste: Der Herbst

Im Herbst wird es etwas ruhiger. Das Fest des neuen Weines, „San Andrés“, zu dem auch beachtliche Mengen an Wein fließen, weckt viel Interesse unter Einheimischen und Feriengästen. Im Dezember macht sich schon wieder die erste Weihnachtsstimmung bemerkbar – der Jahresring der Feste auf Teneriffa schließt sich somit.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Kategorien Teneriffa. Lesezeichen auf den Permalink.