Kaffeegenuss auf den Kanaren

Wir Deutschen lieben Kaffee. Im Durchschnitt trinken wir pro Tag zwei Tassen, je nach Bundesland sogar bis zu drei oder vier Tassen. Das macht im Jahr über 150 l pro Kopf. Damit stehen wir zwar noch hinter unseren Nachbarn aus Skandinavien, können uns wohl aber durchaus als Kaffeenation bezeichnen. Kaum zu glauben, dass sich sogar der Konsum von Wasser hintenanstellt und der Bierkonsum nur an dritter Stelle steht. Doch auch weltweit gehört der Kaffee zu den beliebtesten Getränken: im Jahr trinken die Menschen auf der ganzen Welt täglich etwa 1,4 Milliarden Tassen. Daher ist für uns selbstverständlich: auch im Urlaub auf den kanarischen Inseln darf unser Lieblingsgetränk natürlich nicht fehlen.

Kanarische Kaffeearten auf einen Blick

Natürlich wird Kaffee auf den Kanaren ebenso gern getrunken. Wer hier einfach nur einen ‚Café‘ bestellt, der muss sich allerdings darauf einstellen, einen einfachen, schwarzen Kaffee ohne alles serviert zu bekommen. Milch oder gar Zucker muss man extra bestellen. Daher empfiehlt es sich, vor dem Kaffeegenuss zunächst doch erst noch einen kurzen Blick auf die Kaffeekarte zu werfen. Vielleicht entdeckt man dabei ja sogar was Neues…

Der Café solo ist der typische schwarze Kaffee ohne alles. Man bekommt ihn meist in einer kleinen, zur Hälfte gefüllten Tasse. Bei einem Café americano wird die Tasse zusätzlich mit heißem Wasser aufgefüllt. Den Espresso kennen wir auch aus Deutschland, dabei handelt es sich um einen sehr starken schwarzen Kaffee in einer kleinen Tasse.

Den Café cortado gibt es in verschiedenen Varianten. Die einfachste Variante ist ein Café solo mit etwas Milch, die man oft heiß in einem separaten Kännchen dazu bekommt. Bestellt man einen Café cortado condensado, erhält man einen Café solo mit Kondensmilch in einem durchsichtigen Glas. Die zwei abgesetzten Schichten sind dabei besonders schön zu erkennen kann. Der Café cortado leche leche wird mit zweierlei Milch zubereitet: zuerst gibt man die Kondensmilch in das Glas, anschließend den Café solo und zuletzt füllt man das Getränk mit aufgeschäumter Milch auf.

Der Café con leche ist im Grunde ein Milchkaffee mit einem gewöhnlichen Mischverhältnis von 1 zu 1.

Bestellt man einen Café con hielo, kann man je nach Wunsch einen Café solo oder einen Café con leche mit Eiswürfeln genießen.

Wer einen entkoffeinierten Kaffee bevorzugt, der bestellt ihn unter dem Namen Descafeinado. In diesem Fall bekommt man oft einfach nur heiße Milch mit separatem Kaffeepulver, beispielsweise von Nescafé. Andere Sorten wie den Cappuccino kann man natürlich ebenfalls bestellen, werden aber eher selten getrunken.

Kaffeevarianten mit Schuss

Wenn man es etwas gehaltvoller mag, dann bestellt man sich einen Café Carajillo quemado oder einen Café del tiempo. Besonderer Bestandteil des Carajillo ist Weinbrand, der zunächst erhitzt und angezündet wird. Über der Flamme wird auf einem Teelöffel Zucker karamellisiert, welcher in den Brandy tropft, und anschließend wird Espresso zugegeben, der die Flamme löscht. Zu dem Café del tiempo, bei dem der Espresso oft mit Anis-Likör zubereitet wird, bekommt man außerdem noch ein Glas mit Eiswürfeln dazu. Beide Getränke werden auf den Kanaren trotz ihres alkoholischen Bestandteils auch bereits zum Frühstück oder nach dem Abendessen getrunken.

Der Barraquito, ein ganz besonderer Tropfen

Kaffee auf den Kanaren

Eine besondere Köstlichkeit auf den kanarischen Inseln ist der Barraquito oder Saperoco genannt mit Ursprung in Puerto de la Cruz, Teneriffa. Dabei schichtet man die verschiedenen Zutaten, am besten mit Hilfe eines Teelöfels, nacheinander in ein Glas und garniert das Getränk anschließend mit etwas gemahlenem Zimt und einem Stück Zitronenschale. Der klassische Barraquito, der auf dem spanischen Festland selbst eher unbekannt ist, besteht aus folgenden Bestandteilen:

  • 2 cl gesüßte Kondensmilch, mind.10%
  • 2 cl Schuss 43er Likör
  • 1 Tasse Espresso
  • Milchschaum
  • Zimt und Zitronenschale als Garnitur

Die Mengenangaben der einzelnen Bestandteile sind Beispiele und können variieren. Ebenso wird der 43er durchaus auch mal durch den jamaikanischen Kaffee-Likör Tia Maria oder den brasilianischen Zuckerrohrschnaps Cachaça ersetzt. Außerdem kann anstatt Milchschaum auch geschlagene Sahne verwendet werden. Genießen kann man den Barraquito auf den Kanaren sowohl bereits morgens als auch am späten Nachmittag oder nach dem Essen.

Auch den Barraquito gibt es in mehreren Varianten. Der Barraquito especial oder Barraquito complete wird mit einem zusätzlichen kleinen Schuss Alkohol zubereitet. In den Barraquito Zaperoco oder auch Barraquito extra licor gibt man besonders viel Likör und bei dem Barraquito leche y leche wird sowohl Kondensmilch als auch normale Milch in einem Verhältnis von 1:1 verwendet.

Europas einzige Kaffeeplantage

Schon gewusst? Der einzige Kaffee aus Europa wird auf Gran Canaria in Valle de Agaete angebaut, einem sehr fruchtbaren Tal im Nordwesten der Insel mit optimalen Klimabedingungen für den Kaffeeanbau. Dort ernten die Arbeiter die Kaffeebohnen noch händisch und verarbeiten sie aufwendig weiter, um ein ganz besonderes Aroma zu gewinnen. Ein Besuch in der Region, in der auch zahlreiche Obst- und Gemüsesorten wachsen, und die Besichtigung der Plantagen lohnen sich auf jeden Fall nicht nur für Kaffeeliebhaber.