Palmen- und Pflanzenarten auf den Kanaren

Jeder wird in seinem Urlaub auf den Kanaren feststellen, dass auf den Inseln die verschiedensten Pflanzen- und Palmenarten zu finden sind. Auch erkennt man je nach Umgebung große Unterschiede bezüglich der Bewachsung. In diesem Beitrag werden wir Ihnen einige wichtige Palmen- und Pflanzenarten vorstellen, die man auf den Kanaren häufig antrifft.

Pflanzen, Früchte und Bäume

Auf den Kanaren werden viele Südfrüchte, wie Clementinen, Zitronen, Papaya oder Mango angebaut. Des Weiteren gibt es auf den Inseln zahlreiche Bananenplantagen. Doch Achtung – die Früchte sind kleiner als die „herkömmlichen“ Bananen. Zudem heißen sie nicht, wie man meinen könnte „Banana“, sondern „Plátano“. Die größte Insel der Kanaren, Teneriffa, hat die größte Plátano-Produktion, gefolgt von La Palma an zweiter Stelle. Neben Agave und Aloe findet man auf den Kanaren auch sehr exotische Pflanzen, wie zum Beispiel Eukalyptus. Dieser wächst sehr schnell, was wohl der Hauptgrund dafür ist, dass die Kanarier ihn so gerne anpflanzen. Der Nachteil daran ist jedoch, dass Eukalyptus oft sehr wild und unkontrolliert wächst, und zudem sehr viel Wasser benötigt. Das Holz des Eukalyptusbaumes wird in der Papierproduktion verarbeitet, während die Öle in der Kosmetik- und in der Lebensmittelindustrie Verwendung finden.

Kanarischer Drachenbaum

Die Gattung der Drachenbäume gehört zur Familie der Spargelgewächse. Der Baum bietet Drachenblutharz, welches auch als Drachenblut bezeichnet wird. Das rotbraune Naturharz der Bäume wird zu Farbstoffen, Beschichtungswerkstoffen und pflanzlichen Heilmitteln verarbeitet. Die immergrüne Pflanze erreicht oft Wuchshöhen von bis zu 10 Metern. Die Blütezeit des Drachenbaumes beginnt im Februar und dauert bis zum Beginn des Sommers. Der Baum trägt dann runde Beeren, die im unreifen Zustand eine grün-schwarze Farbe haben, die später orange-rot wird. In unserem Blogartikel über Drachenbäume finden Sie weitere Informationen über die Geschichte und die heilende Wirkung dieser mysteriösen und faszinierenden Gattung.

Kanarische Pinie

Die Kanarische Pinie überzieht weite Teile der Bergkämme Teneriffas. Eine bemerkenswerte Tatsache ist, dass die Kanarienpinie quasi resistent gegen Feuer ist! Sie hat eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Brände und wächst nach einem Feuer wieder, was diese Gattung definitiv einzigartig macht. Grund für diese Resistenz ist die Baumrinde, die aus mehreren Schichten besteht. Im beliebten Teide-Nationalpark auf Teneriffa gibt es einen ganzen Wald mit Kanarischen Pinien.

Kanarische Kiefer

Wie der Name dieser Pflanzenart bereits ahnen lässt, gehört sie zur Gattung der Kiefern und ist zudem auf den Kanaren endemisch. Als endemische Pflanzen bezeichnet man Pflanzen, die nur in einem begrenzten Gebiet wachsen. Die Kanarische Kiefer wird oft als Pionierpflanze auf jungen Lavaböden bezeichnet, weil sich ihre Entwicklung wahrscheinlich den immer wiederkehrenden Vulkanausbrüchen angepasst hat. Sie sind somit ähnlich wie die Kanarische Pinie, widerstandsfähig gegen Feuer. Die Bäume können eine Höhe von bis zu 50 Metern bekommen.

Palmenarten

Anders wie man vermuten könnte hat nicht La Palma den größten Palmenbestand der Kanaren, sondern La Gomera. Die zweitkleinste der Inseln zählt erstaunlicherweise sogar mehr Palmen, als  die anderen Inseln zusammen! Möglicherweise ist dies auf den Tourismus zurückzuführen, der auf La Gomera (noch) nicht so massenhaft ausgeprägt ist. La Gomera ist sehr naturbelassen, es gibt im Vergleich zu Teneriffa und Gran Canaria kaum Touristen-Betonkomplexe.

Die Kanarische Dattelpalme (Phoenix Canariensis) kann über 30 Meter hoch werden und ist die Palme, die die größte Anzahl an Blättern in der Krone hat. Sie wird auf unzählige Arten verwendet und ist eine der am häufigsten gepflanzten Zierpalmen der Welt. Auch wenn die Dattelpalme an sich keine essbare Frucht trägt, kann ihr  Saft zu Palmenhonig verarbeitet werden. Im letzten Jahrhundert wurden viele Kanarische Palmen im Ausland angepflanzt. Heute werden auf dem spanischen Festland, in Südfrankreich, oder sogar in Kalifornien, zahlreiche Gärten mit dieser schönen Palme dekoriert. Da sie nicht frostfest ist, eignet sie sich jedoch nur für wärmere Regionen.

Phoenix Canariensis

Eine weitere Palmenart, welche man häufig auf den Kanaren zu sehen bekommt, ist die Fächerpalme. Sie ist keine kanarische Pflanze, sondern stammt vor allem aus dem asiatischen Raum. Der Import von anderen Arten ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Vor rund 100 Jahren konnte man hauptsächlich regionale Palmen sehen, das heutige Bild der Inseln wird jedoch auch von zahlreichen exotischen Pflanzen geprägt. Der Vorteil von exotischen Arten wie zum Beispiel der Washingtonpalme ist, dass diese im Gegensatz zu den lokalen Arten, viel schneller wächst. Während die Königliche Kubanische Palme als sehr elegant gilt, ist auch die solitäre Bismarckpalme sehr beliebt. Der massenhafte Import dieser Fremdarten bringt jedoch einen Nachteil mit sich: Die exotischen Palmen haben nämlich mehrere schädliche Insekten auf die Inseln gebracht, die besonders für die kanarischen Palmen sehr gefährlich sein können.

Botanischer Garten Palmetum

In Teneriffas Hauptstadt Santa-Cruz gibt es direkt neben dem Auditorio „Adán Martín“ und dem Parque Maritimo einen großen botanischen Garten, der sich auf Palmen spezialisiert hat. Das Palmetum hat täglich (auch an Sonn- und Feiertagen) von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen ohne Residentenkarte einen Eintritt von 6€, für Kinder fallen 2,80€ an. In dem Palmenpark gibt es etwa 2000 Pflanzenarten aus aller Welt. Ein Teil davon hat seine Ursprünge auf den Kanaren. Es gibt jedoch auch viele exotische Pflanzenarten welche aus Asien, Afrika oder beispielsweise Kuba stammen.

Aussicht vom Palmetum auf das Auditorio und den Parque maritimo César Manrique

Am Eingang des Palmetum werden Pflanzen gezüchtet, die im Anaga-Gebirge heimisch sind. Mit einer geologischen Geschichte, die zwischen 5 und 7 Millionen Jahren zurückgeht, ist das Gebirge einer der ältesten Teile Teneriffas. Die Gipfel erreichen eine Höhe von 1.000 Metern und werden von tiefen Schluchten erodiert. Das Massiv ist ein Zentrum der Biodiversität von globalem Interesse und seine Vegetation reicht vom Küstendickicht mit saftigen Arten bis zum Nebelwald namens Laurisilva, in feuchten Gipfeln. Das Gebiet diente früher als Müllhalde und wurde ab 1996 in ein wahres Naturparadies verwandelt. Auf den ca. 12 Hektar gibt es heute zahlreiche Bänke, auf denen sich die Besucher ausruhen und die schöne Aussicht genießen können.

Wunderschöne Botanik im Palmengarten Palmetum

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*