Erneute Protestmärsche gegen die Ölförderpläne auf den Kanaren

„Hier leben wir, hier entscheiden wir“ und „Nein zu RePPsol“, diese Parolen waren bei den gestrigen Protesten gegen die Probebohrungen auf den Kanarischen Inseln überall zu lesen. Nicht nur auf Gran Canaria und Teneriffa, sondern auch auf den kleineren Inseln sind tausende von Menschen unterwegs gewesen, um erneut ihren Unmut darüber zum Ausdruck zu bringen, dass man vor den Küsten von Fuerteventura und Lanzarote nach Öl bohren will.

Soria will Abstimmung zu Probebohrungen verhindern

Auch der Präsident der Kanarischen Regierung, Paulino Rivero, war unter den Demonstranten. Er hatte sich einem Protestzug angeschlossen, der auf La Graciosa organisiert war.

Während die Gegner der Bohrungen auf das für den 23. November vom Kanarischen Parlament beschlossene Referendum hinarbeiten, werden in der Hauptstadt Madrid alle Mittel und Wege geprüft, um die Bürgerbefragung zu unterbinden und für unrechtmäßig zu erklären. Energieminister Manuel Soria von der PP betonte denn auch, dass man den Volksentscheid verhindern will. Sollte trotzdem, die nach seiner Auffassung illegale Abstimmung stattfinden, werde deren Ergebnis für die Zentralregierung und die dort getroffenen Entscheidungen nicht rechtsverbindlich sein. Außerdem beschuldigte der von Gran Canaria stammende Politiker, Mitglieder der Kanarischen Regierung für Gewaltakte gegen die Geschäftsstellen der Partido Popular auf Fuerteventura und Lanzarote verantwortlich zu sein. In den beiden Parteizentralen waren die Fensterscheiben eingeworfen, beziehungsweise die Fassade mit den Parolen des gestrigen Tages besprüht worden.