Salz auf Lanzarote

Salz ist heute ein Alltagsprodukt geworden, das in jedem Supermarkt günstig erwerblich ist. Doch das war nicht immer so. Früher war Salz ein kostbares Gut und aufwendig abzubauen. Auch heute noch gewinnt man kostbares, nährstoffreiches Salz aus der Natur, jedoch hat technischer Fortschritt den Abbau enorm erleichtert. Die Salzgewinnungsanlage „Salinas de Janubio“, an der Südküste von Lanzarote, zeugt noch heute von der damaligen Arbeit. Rund ein fünftel der Anlage ist weiterhin in Betrieb.

Geschichte der Salinas de Janubio

Dort wo heute die Salinen liegen wurde im 19 Jh. noch Landwirtschaft betrieben. Da es in diesem Gebiet jedoch zu Salzablagerungen kam, wurde gegen Ende des 19., Anfang des 20 Jh. mit der Gewinnung von Salz als Familienbetrieb begonnen. Bis 1970 wurden hier bis zu 10.000 Tonnen Meersalz pro Jahr gewonnen. Zum Abbau wurden zuerst Windmühlen genutzt, die das Meerwasser in das terrassenförmig angelegte Beckensystem beförderten. Später wurden diese Windmühlen durch elektrische Pumpen ersetzt. Durch das Verdunsten des Wassers und durch den Lauf durch die verschiedenen Terrassen, wurde aus der sogenannten Sole zunächst Gips am Beckengrund abgelagert und weiter unten schließlich Steinsalz. Nach einer Säuberung von Steinen hat man das Salz dann entweder direkt verpackt oder zuvor noch fein gemahlen.

Hauptsächlich nutzten Einheimischen das Salz zur Konservierung von Fisch. Im Zuge der wirtschaftlichen Aktivitäten, entstanden die Nachbarorte La Hoya und Las Breñas. Mit der Durchsetzung von neuen Kühltechniken, einem zeitgleichen Rückgang der Fangquoten und einer Zunahme ausländischer Konkurrenzprodukte, musste die Salzgewinnung schließlich enorm eingeschränkt werden.

Die Salinas de Janubio heute

Heute hat die Saline viel von ihrer früheren Bedeutung verloren, da Salz als Abfallprodukt in den großen Mehrwasserentsalzungsanlagen zur Herstellung von Trinkwasser abfällt. Nur noch 10 Salzbauern gewinnen hier mit Unterstützung der EU ca. 2000 Tonnen Salz jährlich. Nichts desto trotz ist dieses Salz aufgrund seines herzhaften Geschmacks auf Lanzarote sehr begehrt. Zudem wird es weiterhin zur Fischkonservierung, als auch für Chlorersatz in Schwimmbädern genutzt. Die Salzgewinnungsanlage steht inzwischen unter Denkmalschutz. Durch die zusammengebrochenen Windmühlen wirkt sie sehr verfallen. Sie sind zu einer beliebte Toursitenattraktion auf der Insel geworden, nicht zuletzt wegen ihrem besonderen Ökosystem. Die Vegetation ist halophil, daher zeigen sich die Becken je nach Sonneneinstrahlung in den unterschiedlichsten Farben. Einige Vögel arten nutzen die Salinas zudem als Brutgebiet oder Rastplatz.