Spanisches Meldegesetz: Anmeldung bei der Guardia Civil

Seit ein paar Jahren – genauer genommen bereits seit 2012 – schreibt das spanische Meldegesetz vor, dass Gäste touristischer Ferienunterkünfte ab 16 Jahren spätestens 24 Stunden nach ihrer Ankunft bei der Guardia Civil, der spanischen Polizei, angemeldet werden müssen. Außerdem müssen Vermieter ihre Objekte offiziell anmelden und sich so eine Lizenznummer beschaffen. Seit 2017 gilt dieses Gesetz auch für die Kanarischen Inseln. Wenn er diese beiden Dinge versäumt, drohen dem Vermieter einer Ferienunterkunft saftige Geldstrafen.

Offizielle Lizenznummervergabe für Mietobjekte

Der Vermieter einer Ferienunterkunft muss das zu vermittelnde Mietobjekt anmelden und eintragen lassen. Daraufhin erhält das jeweilige Objekt dann eine Lizenznummer, die offiziell und gut einsehbar außen angebracht werden muss. Außerdem ist es zwingend notwendig, diese Nummer bei sämtlichen Inseraten anzugeben. Diese Registrierungen sollen verhindern, dass Touristen auf unseriöse Angebote reinfallen, am Ende auf ihren Koffern sitzen blieben und womöglich noch draufzahlen müssen. Aber auch für die Vermieter ist es von Vorteil, dass alles über eine offiziell eingetragene Lizenznummer läuft. Sollte ein Tourist auf Ärger in Spanien aus sein, ist die Wahrscheinlichkeit nämlich geringer, dass er sich eine Ferienunterkunft mit Anmeldung bei der Guardia Civil mietet. Zudem soll weniger ‚unter der Hand‘ vermietet werden und eine Stärkung von gewerblichen Vermietern stattfinden.

Was muss der Gast dabei tun?

Für den Gast einer solchen Ferienunterkunft bedeutet dieses Meldegesetz lediglich, dass er ein paar zusätzliche Fragen beantworten muss. Oft findet die Anfrage nach den benötigten Daten bereits bei der Buchung statt, um einen reibungslosen Ablauf bei Urlaubsbeginn am Zielort zu ermöglichen. Für die Anmeldung sind folgende Daten erforderlich:

  • Identitätsdokument (z. B. Personalausweis) oder Reisepassnummer inkl. Ausstellungsdatum des Dokuments
  • Vor- und Nachname
  • Geschlecht
  • Geburtsdatum
  • Staatsangehörigkeit
  • An- und Abreisedatum des Aufenthalts

Zudem muss eine Unterschrift des oder der Reisenden vorliegen. Die Anmeldung übernimmt dann für gewöhnlich der Vermieter, der ohnehin ein Register über die Gäste führen muss (mehr dazu weiter unten).  Ein wirklicher Mehraufwand ist diese Anmeldung für den Besucher also nicht.

Anmeldung der Gäste bei der Guardia Civil

Die Daten der Gäste werden in einem Formular festgehalten, das innerhalb von 24 Stunden nach Ankunft an die zuständige Guardia Civil übermittelt wird. Ein weiteres Exemplar bleibt beim Vermieter, denn das Meldegesetz sieht außerdem vor, dass der jeweilge Vermieter einer Ferienunterkunft ein Register über seine Gäste führen muss. Ein solches Register besteht aus 100 bis 500 Seiten und muss bei Bedarf der zuständigen Sicherheitsbehörde vorliegen und zur Verfügung stehen.

Also beim Meldegesetz lieber auf Nummer sicher gehen…

… und sich sowohl als Vermieter als auch als Feriengast ordnungsgemäß offiziell anmelden (oder in letzterem Fall anmelden lassen). Die Kontrollen haben deutlich zugenommen, finden regelmäßiger und gründlicher statt.  Wer dabei erwischt wird, nicht gemeldet zu sein, der kann sich auf einiges gefasst machen. Ordentlich in die Tasche greifen muss dann insbesondere eine Seite, denn hier gilt: „Vermieter haften für ihre Gäste“. Die Bereitschaft zur Übermittlung der Daten ist also in den meisten Fällen ohnehin Voraussetzung für eine erfolgreiche Buchung, da der Vermieter sich natürlich ansonsten das Recht einer Absage vorbehalten kann.