Die Tajinasten – der Stolz Teneriffas

Wer sich dieser Tage zu einem Ausflug in den Nationalpark Las Cañadas aufmacht, der wird von ungewohnter Blütenpracht überrascht. Der Teide-Nationalpark, in dem bunte Blumen und Pflanzen normalerweise eher durch Abwesenheit glänzen, hat sich in ein buntes Farbenmeer verwandelt.

Ein Blütenteppich, bestehend aus lila blühenden Teide-Veilchen, gelber Besenrauke und weiß-rosa Teidelack, bedeckt die sonst so schroff-kargen Felsen und Lavaformationen. Ganz besonders hervor treten die Blüten einer ganz besonderen Blume: Die tiefrote Tajinaste, auch Natternkopf genannt.

Blütenpracht im Teide-Nationalpark

Mehrere tausend Blüten zieren die bis zu drei Meter hohe, kerzenförmige Blume, deren Blütezeit von Mai bis ca. Mitte/Ende Juni reicht. Ganze Ansammlungen der tiefrot blühenden Tajinasten findet man zu dieser Zeit im Teide Nationalpark. Es handelt sich bei der roten Variante dieser Blumen übrigens um sogenannte endemische Pflanzen. Ausschließlich auf Teneriffa und an bestimmten Orten der Nachbarinsel La Palma sind sie anzutreffen. Diese Blume ist nicht nur außerordentlich schön, sondern auch sehr widerstandsfähig. Sie überlebt Temperaturschwankungen im zweistelligen Bereich, starke UV-Einstrahlung und kann auch gedeihen, wenn die Niederschlagsmengen äußerst gering sind.

Entdeckt und erstmals dokumentiert hat sie ein Wissenschaftler namens Hermann Wildpret. Dieser deutsch-schweizerische Botaniker war ab 1860 mit der Leitung des damals bereits existierenden Botanischen Gartens in Puerto de la Cruz betraut. Ihm verdankt Teneriffas botanisches Wahrzeichen die fachliche Bezeichnung „Wildprets Natternkopf (Echium wildpretii)“!

Wandern im Tajinasten-Meer

Besonders geeignete Stellen, um diese einzigartige Blütenpracht zu betrachten, sind die Aussichtspunkte “Tabonal negro”, die blau schimmernden Felsen “Los Azulejos” und die Ebene von Ucanca. Am besten sind die Tajinasten natürlich per pedes, zu Fuß auf einer Wanderung zu beobachten. Hier eignen sich besonders die Wanderrouten „Las Cañadas“, die Umrundung der „Roques de García“ oder „La Fortaleza“. Geführte Wanderungen sind unbedingt zu empfehlen, da sich ein erfahrener Tourguide nicht nur mit den besten und geeignetsten Routen auskennt, sondern auch viel Wissenswertes über die im Mai und Juni einmalige botanische Vielfalt zu erzählen weiß.

Die kleineren, blau oder weiß blühenden Tajinasten, trifft man auch an anderen Orten Teneriffas an, zum Beispiel im nordwestlich gelegenen Anaga-Gebirge. Dort sieht man sie häufig als buschartige Gewächse, die herrlich duften.

Aus Tajinasten, egal welche Variante, wird im Übrigen auch ein sehr gesunder und wohlschmeckender Honig gewonnen. Und Inselbewohner mit dem „grünen Daumen“ versuchen ihr Glück durchaus mit einer eigenen Tajinastenzucht im heimischen Garten auf Teneriffa.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Kategorien Teneriffa. Lesezeichen auf den Permalink.