Teneriffa günstig erleben

Im Sommerurlaub möchte niemand jeden Cent zweimal umdrehen. Wenn man verreist, dann möchte man sich etwas gönnen: Seien es leckere Abendessen in feinen Restaurants, erlebnisreiche Tagesausflüge oder ausgiebige Shopping-Touren. Jeder hat sein Laster, welches die Urlaubskasse belastet. Zugegeben, in Siam Park, Loro Park und Co. kann der Tag schon einmal ins Geld gehen. Und doch ist es unbestritten, dass ein Großteil der schönsten Aktivitäten auf unserer liebsten Kanareninsel günstig oder sogar umsonst sind. Also, mal wieder zu viel Geld in der Siam Mall gelassen, eine Portion kanarischen Käses zu viel genehmigt oder zu großzügig bei den allabendlichen Drinks gewesen? Dann zeigen wir euch heute 10 Ausflugsziele und Tipps, Teneriffa günstig zu genießen.

1. Strände

Beginnen wir mit einem Klassiker. Strandurlaub ist, sofern man sich nicht täglich mit Mojitos und Bocadillos an der Strandbar eindeckt, günstig. Snacks wie Sandwiches, Obst oder Nüsse halten satt und sind günstig im Supermarkt zu erwerben. Wer dennoch auf ein bisschen Luxus nicht verzichten will, der kann sich eine Strandliege mit Schirm mieten. An der beliebten Playa de Las Teresitas bekommt man dies für rund 5 Euro, im Süden dürfte es (vor allem in der Hauptsaison) etwas teurer werden.

Der Playa de Las Teresitas nördlich von Santa Cruz.

2. Teide Nationalpark

Wer dem Pico del Teide keinen Besuch abgestattet hat, der war offiziell nicht auf Teneriffa. Das ist ganz klar. Doch es muss nicht unbedingt die Seilbahnfahrt für 30 Euro oder die geführte Tagestour für 60 Euro sein. Die Magie des Teide Nationalparks erkundet man sowieso am besten in Ruhe auf eigene Faust mit einem Mietwagen. Sobald man (vom Norden kommend) die dichten Kiefernwälder hinter sich lässt und die unendlich wirkende, kurios kahle Mondlandschaft des Teide Nationalpark vor einem liegt, ist man sowieso froh, dass man nicht in einem vollen Reisebus sitzt, der sich an Zeitpläne halten muss. Halten Sie an einem der zahlreichen Aussichtspunkte oder trinken Sie einen Kaffee im Restaurant Bamby – den kann man sich ja definitiv leisten, nachdem man so viel Geld gespart hat.

Der Pico del Teide thront mit rund 3.700 m über der größten Kanareninsel.

3. Stadtrundgänge

Noch ein Tipp, der so simpel, und doch so genial ist. Teneriffa bietet zahlreiche kleinere und größere Städte, Dörfer und Ortschaften, die ihren ursprünglichen Charme bis heute bewahren. Schmale, gepflasterte Gassen, ausladende Plazas als Treffpunkt der Einheimischen und breite Ramblas mit Cafés und Bars lassen sich hier fast überall entdecken. Vor allem die nördlichen Städte Puerto de la Cruz, La Laguna und Santa Cruz bieten hübsche Stadtzentren, wo es sich gut Bummeln lässt. Oftmals findet man auch schöne Bauten, Castillos, Museen oder Ausstellungen, die wenig bis garkeinen Eintritt kosten – Kulturprogramm on a Budget.

4. Anaga

Noch ein ziemlich einfacher, und doch brillianter Tipp: Wandern. Hat man die Ausrüstung einmal angeschafft, ist dieses Hobby unheimlich günstig und dennoch unheimlich beeindruckend – speziell auf einer Insel mit so vielfältigen Wanderwegen wie Teneriffa. Ein Traum für jeden Wanderfreund ist das Anaga-Gebirge im Norden. Hier findet man zahlreiche Strecken durch dichte, verwunschen wirkende Wälder, einsame Schluchten, bis hin zu steil abfallenden Küsten und bizarren Felsformationen. Und das Beste: Das einzige, was hier Geld kostet, ist die Anreise.

Durch den Mercedeswald in Anaga führen viele mehr oder weniger anspruchsvolle Wanderwege und Pfade.

5. Naturpools

Wer genug von klassischem Strandurlaub hat, der sollte den beliebten Naturpools in Bajamar, Punta del Hidalgo, Garachico oder Puerto Santiago einen Besuch abstatten. Die vulkanischen Naturschwimmbecken sind oftmals von Treppen und Stegen erschlossen und werden von Bademeistern überwacht, um ein sicheres Bad im tosenden Atlantik zu gewährleisten.

6. (Botanische) Gärten und Parks

Drachenbäume, Dattelpalmen, Orchideen, Lorbeerbäume, Tajinasten, Kakteen… Die Pflanzenvielfalt auf den Kanaren ist groß, und besonders gut kann man sie in den zahlreichen botanischen Gärten und Parks der Insel betrachten. In der Inselhauptstadt Santa Cruz gedeiht im Palmetum, einem 12 Hektar großen botanischen Garten, die größte Palmen-Sammlung Europas (Eintritt 6 Euro). Auch sehr schön ist der Botanische Garten von Puerto de la Cruz (Eintritt 3,50 Euro) und der ebenfalls dort ansässige, wunderschöne Orchideengarten (Eintritt 4,75 Euro). Für die Sparfüchse: Einige Parks und Gärten kosten keinerlei Eintritt und sind dennoch sehr schön angelegt, wie der Parque García Sanabria in Santa Cruz oder der Jardín Victoria in La Orotava.

Der Jardín Victoria in La Orotava – einfach malerisch.

7. Selbst kochen

Wenn die Möglichkeit besteht, kann man auch einmal den allabendlichen Restaurantbesuch streichen und sich selbst verpflegen. In fast allen größeren Städten gibt es (Wochen-)Märkte oder Markthallen mit reichlich frischem Gemüse, Obst, Fisch und Fleisch zu erschwinglichen Preisen. Rezepte für die typisch kanarischen Köstlichkeiten gibt es zur Genüge, und mit ein bisschen Übung bekommt auch ein Amateurkoch die leckeren Papas Arrugadas mit Mojo oder die gefüllten Teigtaschen Arepas hin. Vielleicht nicht genauso wie im Stammlokal, aber selbstgemacht schmeckt doch sowieso meistens besser.

8. Sonnenuntergänge

Die Herren der Schöpfung werden jetzt vielleicht seufzen. Aber es ist ein Fakt: Nichts macht so melancholisch, so tiefenentspannt, so glückselig wie die Sonne im Atlantik versinken zu sehen, mit ihrem rot-rosa-orangenen Farbenspiel und dem sanften Meeresrauschen im Hintergrund. Besonders schön gelingt das (je nach Jahreszeit) zum Beispiel in Puerto de Santiago, La Caleta oder Punta del Hidalgo.

Ein wunderschöner Sonnenuntergang vom Mirador Archipenque bei Puerto Santiago. Rechts im Bild sieht man Los Gigantes.

9. Öffentliche Verkehrsmittel nutzen

Einige Regionen der Insel erreicht man nur mit einem Mietwagen. Doch um ganz ehrlich zu sein, sind das die wenigsten. Selbst in die abgelegensten (Berg-)Dörfer wie Buenavista, Masca und Chamorga fahren Linienbusse. Die größten Städte sind sehr gut miteinander verbunden. So fährt man im Norden mit dem Direktbus von Puerto nach Santa Cruz für nur knapp 3 Euro, und selbst nach Las Américas, Adeje und zum Südflughafen gibt es regelmäßige Verbindungen. Von Santa Cruz nach La Laguna fährt die einzige Straßenbahnlinie der Kanaren, eine Fahrt kostet rund 1 Euro. Mit der BonoBus-Karte erhält man auf bestimmte Fahrten auch noch bis zu 50 Prozent Ermäßigung. Wer also kein Problem damit hat, sich nach den Busfahrzeiten zu richten, der kann auch ohne Auto flexibel sein.

10. Abseits des Tourismus bleiben

Zu guter Letzt ein Tipp, den vermutlich nicht viele Urlauber beherzigen werden. Nehmen Sie einmal Abstand von Ihrem Urlaubsort, oder buchen Sie sich direkt eine hübsche Ferienwohnung außerhalb der Touristenzentren. Es erklärt sich von selbst, dass in Puerto de la Cruz oder Los Cristianos das Leben wesentlich teurer ist als in Regionen mit weniger Tourismus. Abgesehen davon hat Teneriffa auch noch viele Ecken, die abseits des Massentourismus wunderschön ursprünglich geblieben sind, zum Beispiel der Nordwesten mit Icod de los Vinos, Garachico oder Los Silos, oder der Osten mit Candelaria oder Güímar.

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