Schlimme Waldbrände auf den Kanaren

Auf Gran Canaria gab es in den letzten Wochen folgenschwere Waldbrände. Lange war der Brand außer Kontrolle, hunderte von Feuerwehrmännern waren im Einsatz. Zahlreiche Straßen wurden gesperrt. Seit diesem Sonntag melden die Behörden den Großbrand auf Gran Canaria jedoch als gelöscht. Aus knapp 20 Löschflugzeugen wurden nicht weniger als 1,6 Millionen Liter Wasser über dem betroffenen Gebiet abgeworfen, um das Feuer unter Kontrolle zu bekommen.

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Welche Auswirkungen hat das Feuer?

Die Folgen der Flächenbrände sind gravierend. Tausende Hektar Land wurden auf Gran Canaria vernichtet. Experten sorgten sich sehr um die Existenz des Nationalparks Tamadaba – die Bilanz ist jedoch nicht so schlimm wie erwartet. Der Nationalpark gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Zwar wurden über 9000 Menschen evakuiert und in Sicherheit gebracht, allerdings gab es weder Schwerverletzte, noch Tote. Dennoch bereitet der Großbrand den Inselbewohnern Sorgen: Eine sehr seltene und endemische Pflanzenart, von der es nur etwa 100 Exemplare gibt, droht nämlich durch das Feuer komplett auszusterben.

Keine Reisewarnung für die Inseln

Zwar überwachten die europäischen Außenministerien die Situation stets sehr aufmerksam, allerdings gab es zu keinem Zeitpunkt der Brände Reisewarnungen für Gran Canaria oder eine der anderen sieben Kanarischen Inseln. Reiseveranstalter sagten lediglich einzelne Ausflüge ab, die in den Risiko-Regionen geplant waren. Dennoch stornierten viele Urlauber ihre Reisen auf die Kanaren, aus Angst vor den Flammen.

Auch in anderen Regionen gab es Gefahr

Feuer gab es in den letzten Wochen jedoch nicht nur auf Gran Canaria. Auch auf Teneriffa gab es einige Brände. Sogar im Inneren der Insel, in der Studentenstadt La Laguna, gab es letzten Freitag einen Brand, der auf einem Privatgrundstück ausbrach. Auslöser für dieses Feuer sollen laut einigen Medien spielende Kinder gewesen sein. Allerdings brachten die Feuerwehrkräfte das Feuer innerhalb weniger Stunden wieder unter Kontrolle und konnten es noch am selben Abend löschen.

Rauchwolke über San Cristóbal de La Laguna

Hitze als Auslöser

Durch die enorme Hitze und den starken Wind werden Feuer viel schneller verbreitet. Als Auslöser der Waldbrände auf Gran Canaria gehen Experten momentan von Brandstiftung aus. Die Ursache für den ersten Brand vor ca. 2 Wochen sollen Schweißarbeiten gewesen sein, die ein 55-jähriger Mann betätigt hat. Mittlerweile gehen Experten allerdings von Brandstiftung aus. Ein Schuldiger wurde bisher jedoch noch nicht festgenommen.

Hitzewelle vorbei

Seit diesem Montag haben die Behörden bekannt gegeben, dass die große Hitzewelle vorbei ist. Es soll wieder milder werden, heißt es. Auch die Gefahren für solch katastrophale Waldbrände dürfte somit wieder sinken. Dennoch zeigen die schlimmen Brände, dass äußerste Vorsicht geboten ist. Es ist sehr wichtig, dass jeder sich verantwortungsbewusst verhält. In der Nähe von Wäldern sollte nicht geraucht werden oder Zigarettenstummel auf dem Boden hinterlassen werden. Auch Glasflaschen oder andere Abfälle verschmutzen nicht nur die Gegend, sondern können durchaus Auslöser für einen Brand werden.