Der Wein und seine Ernte auf Teneriffa

Teneriffa ist bekannt und beliebt für seine kulinarischen Spezialitäten und vor allen Dingen für den köstlichen Wein aus eigenem Anbau. In den ortstypischen Lokalen, den Guachinche, werden diese jedes Jahr serviert. Weinliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten.

Die Weinanbaugebiete sind auf der ganzen Insel Teneriffa verteilt. Im Norden, Süden, Westen und Osten – überall finden sich Plantagen. Da ganzjährig milde Temperaturen herrschen, lohnt sich der Anbau auf der Insel besonders gut. Das Ergebnis sind hervorragende Weine, die weltweit immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die Weinernte ist mittlerweile zu einem richtigen Volksfest geworden.

Weinfeld

Weinfelder unter dem Teide

Der Wein und seine Geschichte auf Teneriffa

Im Norden der Insel, in Garachico, bauten Bauern bereits vor Hunderten von Jahren Weißweine an. Der Lavaboden und das milde Klima sorgten für ein besonderes Aroma der Weine. Im 18. Jahrhundert befielen Rebläuse die Trauben und sorgten für einen kompletten Ernteausfall. Erst Mitte der 80er Jahre beschäftigte man sich auf der Insel erneut mit Weinen. Seit dem sind Jungweine, Roseweine und Rotweine typisch für Teneriffa. Weißwein bauen die Kanaren nur in geringen Mengen an.

Von der Garagenwirtschaft zur Inselkultur

Die inseltypischen Guachinches entstanden fast schon aus der Not heraus. Als die Traubenerträge der Kleinbauern des vergangenen Jahrhunderts den privaten Bedarf überstiegen, versuchte man Wein zu Geld zu machen. Die Bauern stellten Stühle und Tische in die Höfe und schenkten Wein an Nachbarn, Freunde, Bekannte, Familie und Besucher aus. Heute ist diese Notlösung längst Tradition und eine modische Alternative zu einem herkömmlichen Lokal geworden. Denn neben dem Wein, bieten die Lokalbesitzer auch drei oder vier ausgewählte Gerichte an.

Die Gewinnung des Weins

Wein im Eimer

Die ausgelesenen Trauben für den Wein im Eimer

Die Gewinnung von Wein ist mittlerweile genauso Tradition wie die Guachinches. Am Tag der Vendimia im September/Oktober, also der Weinlese, treffen sich Freunde und Bekannte und helfen den Weinbauern bei der Ernte der Trauben. Bereits mit den ersten Sonnenstrahlen finden sich alle auf dem Feld ein und beginnen die gereiften Trauben zu pflücken. Die Erntehelfer benötigen dafür lediglich eine kleine Schere zum Abschneiden der Weinreben sowie einige Kisten oder Eimer für die ausgelesenen Trauben. Bei der Lese ernten sie lediglich die prallen, unversehrten Trauben für den Wein. Ausgetrocknete oder angeknabberte Trauben entfernen sie. Je nach Ernteausfall kann die Arbeit schon einmal bis zum Nachmittag andauern. Eine mühselige Arbeit, die den Beteiligten aber immer sehr viel Freude bereitet.

Sind die Trauben gepflückt folgt als nächster Schritt die Verarbeitung der Früchte zu Most (Traubensaft). Einigen traditionelle Weinbauern stampfen die Trauben noch in einem so genannten Lagar (Weinpresse) mit den Füßen. Der Most wird dann in einem großen Behälter aufgefangen. In vielen Betrieben werden die Menschenfüße aber mittlerweile durch Maschinen ersetzt. Anschließend wird dem Most Weinsäure beigemengt, damit der Wein den richtigen Säuregehalt bekommt. Durch das Hinzufügen von Hefepilzen wir der natürliche Gärprozess in Gang gesetzt. Eine kleine Menge Most wird mit Wasser und Hefepilzen vermischt. Das Wasser sollte dabei eine Temperatur zwischen 30 und 40 Grad haben. Sofort bilden sich Luftblasen auf dem Gemisch. Wenn die Hefe zu gären beginnt muss mehr Most nachgeschüttet werden. Der Vorgang wird einige Male wiederholt, schließlich wird das ganze Gemisch dem restlichen Most beigemengt. Die Temperatur der beiden Flüssigkeiten muss dabei gleich sein.

Ab dann heißt es warten. Denn nun braucht der Wein seine Zeit um zu Gären. Nach der harten Arbeit der Vendimia finden sich alle Beteiligten zusammen und verspeisen gemeinsam eine deftige Mahlzeit und trinken Wein aus dem Vorjahr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*